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Purpurfarbener Sonnenhut (Echinacea purpurea)
Foto: Purpurfarbener Sonnenhut (Echinacea purpurea), Fotolia

Arzneipflanzen werden seit Menschengedenken erfolgreich bei der Behandlung von Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen eingesetzt. Ich bin sicher, jeder von Ihnen kennt Kamillen- und Pfefferminztee. Wer hat sie nicht spätestens bei Magenverstimmungen oder Erkältungen zu sich genommen. Ebenso wird fast allen die Ringelblumensalbe oder die Johanniskrautkapsel ein Begriff sein. Denn gerade in den letzten Jahren, in denen sich die Menschen vielfach für eine nachhaltigere, bewusstere und gesündere Lebensweise entscheiden, erfreuen sich diese so genannten Phytopharmaka immer größerer Beliebtheit. Das spiegelt sich auch in dem bereits großen Anteil wider, den die pflanzlichen Präparate am deutschen Gesundheits- und Arzneimittelmarkt ausmachen.

Dennoch kommen nur einige der in Deutschland verwendeten Arzneipflanzen aus heimischem Anbau. Der Großteil wird nach wie vor importiert und stammt überwiegend aus Wildsammlungen. Dabei bestehen gute Absatzchancen für Arzneipflanzen heimischer Herkunft, weil Hersteller von Phytopharmaka Pflanzen aus kontrolliertem Anbau bevorzugen, da nur diese eine gleich bleibend hohe Qualität gewährleisten. Nicht nur zur Sicherung des Angebots für Pharmahersteller ist der Arzneipflanzenanbau attraktiv, er kann auch eine interessante Alternative für die Landwirtschaft darstellen, die eine hohe Wertschöpfung verspricht und zum Erhalt von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum beiträgt. Mit Heilpflanzen können selbst auf kleineren Flächen hohe Erlöse erzielt werden. Voraussetzung ist, dass sich der Landwirt intensiv mit den meist züchterisch wenig bearbeiteten Arten beschäftigt, Erfahrungen sammelt und in erforderlicher Spezialtechnik investiert. Im Interesse der Risikominimierung erfolgt der überwiegende Teil des Anbaus bedarfsgerecht über den Vertragsanbau, d.h. auf der Basis enger Beziehungen zwischen Landwirt und Abnehmer. Schließlich führt der Anbau von Arzneipflanzen zu einer größeren Biodiversität und bereichert die Kulturlandschaft. Im Aktionsplan der Bundesregierung zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe ist das Ziel einer Verdopplung der gegenwärtigen Anbaufläche von Arzneipflanzen bis 2020 festgeschrieben.

Diese Internetseite gibt Ihnen einen Überblick über die zur Behandlung von verschiedenen Erkrankungen in Deutschland genutzten Arzneipflanzen. Zugleich werden ausgesuchte Pflanzen biologisch und pharmakologisch näher beschrieben, um ein besseres Verständnis ihrer arzneilichen Wirkung zu ermöglichen. Für die allgemeine Verständlichkeit wird auf zu fachliche Details, insbesondere Informationen zur Zulassung von Arzneipflanzenzubereitungen als Phytopharmaka, verzichtet.

Sie werden sehen, Phytopharmaka bereichern als nebenwirkungsarme Arzneimittel nicht nur eine bewusste Lebensweise, sondern auch die moderne Medizin. Wenn diese Internetseiten Sie dazu anregen, Ihren Arzt oder Apotheker regelmäßiger zu fragen: "Ist dagegen nicht auch ein Kraut gewachsen?", würde ich mich freuen.

Ihr
Dr.-Ing.  Andreas Schütte
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

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